Allgemeine Informationen über Umbruchrechte

Der Umbruch von Dauergrünland zu Ackerfläche ist, auf Initiation der EU zur Erhaltung des Grünlandanteils (Dauergrünlanderhaltungsverordnung) in allen Bundesländern genehmigungspflichtig. Dazu hat jedes Bundesland spezifische Dauergrünlanderhaltungsgesetze erlassen. Das Ziel ist es, Dauergrünland zu erhalten bzw. mindestens die gleiche Fläche an Dauergrünland neu zu schaffen. Als Dauergrünland wird eine Fläche bezeichnet, die in fünf aufeinanderfolgenden Jahren ununterbrochen als Grünland bewirtschaftet wird. Eine Genehmigung von den zuständigen Behörden erhält man, wenn für die umzubrechende Dauergrünfläche eine mindestens gleich große Ackerfläche als Dauergrünland angelegt wird. Dazu wird ein Landwirt benötigt, der seine Ackerfläche in Grünland umwidmen will und folgende Bedingungen erfüllt:

1. Landwirt kommt aus dem selben Bundesland; Ausnahmen sind Bayern und Nordrhein-Westfalen, hier müssen die Umbruchrechte aus dem gleichen Naturraum stammen.

2. Landwirt ist greeningpflichtig (kein Biolandwirt oder Kleinerzeuger)

Die daraus erhaltenen Umbruchrechte können auf mehrere umbruchwillige Landwirte verteilt werden. 

(Quelle: Landwirtschaftlicher Buchführungsverband KIEL, info@lbv.net.de)



Prozedere der Antragstellung (am Beispiel Bayern):

Jeglicher Umbruch von Dauergrünland muss durch das örtlich zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) / Untere Naturschutzbehörde genehmigt werden. Werden Umbruchrechte z.B. in Bayern veräußert, können diese nur getauscht werden, wenn Sie aus demselben Naturraum stammen. Der Schlusstermin für die Antragstellung ist in der Regel Anfang April.

Dazu sind folgende Unterlagen erforderlich:

Als Neuanleger von Grünland – Sie wollen Ackerland zu Dauergrünland umwandeln
Ihre Unterschrift wird benötigt auf dem Formblatt: „Bereitschaft des anderen Bewirtschafters zur Neuanlage von Dauergrünland“. Sie tragen darauf ein die Flurstücksnummer, FID ((Feldstücksidentifikator), die Flächengröße, ob Sie Eigentümer oder Pächter sind, und den Code einer evtl. bestehenden Agrarumweltmaßnahme (AU).
Sind Sie Pächter der Flächen, benötigen Sie zusätzlich das Formblatt „Zustimmung des Eigentümers zur Neuanlage von Dauergrünland“.

Als Antragsteller auf Grünlandumbruch – Sie wollen Dauergrünland zu Ackerland umbrechen
Sie benötigen das Formblatt: „ Antrag auf Genehmigung einer Umwandlung von Dauergrünland“, das Sie ausfüllen, und zusammen mit dem oben genannten Formblatt: „Bereitschaft des anderen Bewirtschafters zur Neuanlage von Dauergrünland“, bei Ihrem zuständigen Landwirtschaftsamt abgeben. (Sie benötigen auf beiden Seiten die Einverständniserklärungen der Eigentümer, falls es sich um Pachtflächen handelt.) 

Außerdem benötigen Sie die entsprechenden Flurkarten und häufig auch einen Auszug aus dem Flächen- und Nutzungskataster.